Algerische Gesellschaft in Deutschland e.V. - algid



 



Hessische Firmen planen Moscheebau

Ein neues Wahrzeichen für Algier

In Algier soll die drittgrößte Moschee der Welt entstehen, geplant von hessischen Unternehmen. Bei einem Treffen mit Staatspräsident Bouteflika unterzeichnete Kanzlerin Merkel den Vertrag für das Megaprojekt, das bis 2012 fertig sein soll.

Von Marc Dugge, ARD-Hörfunkstudio Rabat

Auf vier Spuren rasen auf der Autobahn nahe der Bucht von Algier Lastwagen entlang. In den Lärm soll sich in gut fünf Jahren der Schrei eines Muezzins mischen: vom Turm der größten Moschee außerhalb Saudi-Arabiens. Sie soll noch größer werden als die gigantische Hassan II-Moschee von Casablanca im ungeliebten Nachbarland Marokko.

Zusammen mit den Architekten Engel und Zimmermann aus Frankfurt hat das Darmstädter Ingenieurbüro Krebs und Kiefer den Wettbewerb um die große Moschee gewonnen. Dessen Mitarbeiter Erich Fischer erklärt: ''Das Baufeld alleine hat 220.000 Quadratmeter. Das Minarett wird 214 Meter hoch werden, der Gebetsraum ist dimensioniert für 20.000 Betende. Das ist die Dimension des Projektes.''

''Jedes große Projekt ist mit Gänsehaut verbunden''

Gewonnen haben die Deutschen wohl auch deshalb, weil sie auf haltbare Materialien gesetzt haben - auf Stahlbeton statt auf feine, aber auch sensible Glaskonstruktionen. So soll die Moschee auch die nächsten Jahrhunderte möglichst unbeschadet überstehen. Modern, aber von dauerhafter Schönheit soll das Gebäude werden und sich an die traditionelle Bauweise anlehnen. Keine leichte Aufgabe für Erich Fischer. ''Jedes große und anspruchsvolle Projekt ist mit Gänsehaut verbunden. Natürlich kommt hier noch eine Komponente hinzu, weil es um den sehr sensiblen Bereich Religion geht - aber das macht es nur noch aufregender und spannender'', erklärt er.

Kosten belaufen sich auf 800 Millionen Euro

Experten schätzen, dass sich die Kosten der großen Moschee auf knapp 800 Millionen Euro belaufen werden. Das Gelände wird auch eine Koranschule und ein Forschungszentrum beherbergen. Das Minarett soll nicht nur der Muezzin betreten dürfen: Von einer Aussichtsplattform können Besucher einen Blick aufs Meer werfen. Außerdem wird dort ein islamisches Museum untergebracht. Mohamed Lakhdar Aloui, der Verantwortliche für das Projekt, erklärt warum: ''Algier braucht ein Monument. Die Moschee soll eine Kultstätte sein, ein Ort der Spiritualität und des kulturellen Lebens. Ein Ort für die Wissenschaft und den Tourismus. Ein Platz, der unsere Bürger genauso anzieht, wie jene, die gern Algier besuchen wollen. Algier, die weiße Stadt.?

Das schönste Grundstück hat das neue Symbol von Algier jedenfalls nicht bekommen. Auf dem Gelände gegenüber, am Meer, wird schon ein anderes Gebäude gebaut. Auch dieses soll bald Tausende Menschen anlocken: ein französischer Riesen-Supermarkt.

Quelle: tagesschau.de